Die Albaner – die aktuellen Juden der «Weltwoche»

Die Wochenzeitung «Weltwoche» (Ausgabe 06/2019: 12-13) zieht wieder in den Krieg gegen die Schweizer albanisch-kosovarischer Herkunft. Je tiefer die Deliqunezquote sinkt, die den Migranten albanischer Herkunft angehängt wird, desto tiefer erstickt das SVP-Blatt in seinem rassistischen Jargon gegen die Schweizer kosovarischer Herkunft. Eine jetzt schon traditionelle Narrative bekannter Blätter und Akteure.

Der Leser braucht nicht kontemplativ zu werden, um die Bilder, die uns der «Weltwoche» – Autor Michael Bahnerth in der aktuellen Ausgabe bringt, richtig zu deuten. So wie sie eben sind: rassistisch!
Einige Satz-Sequenzen aus dem Artikel würden reichen, um jeden vernünftigen Leser zu überzeugen, dass es sich um Codes handelt, die das Zugrundeliegende jeglicher bio-rassistischer Ideologie sind. Hier ein paar davon:

«Ihr Mund ist Daisy Duck», «Ihre Augenbrauen sind fett», «Die Sonnenbrille schützt meine Identität – Hah! (ein Refrain der Rapperin, den der Autor mit einem «Hah» versieht als Zeichen, dass diese Identität unmaskierbar sei?)», «Insignien, mit denen Albaner sich gerne schmücken: Knarren, Kohle und „ner coolen Karre» und der Höhepunkt: «das Land, das stets zwischen unterdrückten Minderwertigkeitskomplexen und gelebtem Grössenwahn schwingt».
Dazwischen eine Empfehlung: Wer seine Kenntnisse über das rassistische Vokabular unserer Tage erweitern will, sollte den Artikel unbedingt lesen.

II.
Wie uns die „Weltwoche“ unschön beibringt, ist der heutige Rassismus viel subtiler, versteckter und feiger als seine Homologen vergangener Jahrhunderte. Daher lässt er sich dementsprechend nicht so gut und adäquat mit aktuellen Tat-Imagios illustrieren. Loredana ist trotzdem zu schön, um sie als bildliches Symbol all dieser albanischen Negativitäten zu affirmieren, die Herr Bahnerth den Albanern aufgezählt hat.
Dass die digitale Revolution, diese Infomanie unserer Epoche, nicht nur den teleologisch positiven zugutekommt, beweisen uns Autoren des populistischen Schlags wie Michael Bahnerth tagtäglich. Sie schreiben rassistisch ohne Angst, gesetzlich verfolgt zu werden. Solche Autoren sind überzeugt, dem Gesetz den Garaus zu machen, weil sie, die Gesetzeshüter und die Rassismus-Experten, unmöglich den Rassismus der Worte mit dem Portrait Loredanas dokumentieren können. Die gezielt verwendete deskriptive Ambivalenz über dem Subjekt, wird hier als Schutzschild eingesetzt. Xenophoben von heute sind eben feiger und kluger.
Aus dieser Notlage heraus – weil die rassistischen Autoren die Sprachspiele inzwischen kennen, die ihnen als Schutz dienen – stöbern Zeithistoriker Archive, wenn es um postmoderne rassistische Formulierungen wie diese geht:

«Wahrscheinlich träumt er den üblichen albanischen Männertraum, in dem ein fetter Mercedes mit einer geilen Braut auf dem Beifahrersitz, durch die Welt der Reichen fährt, den Kofferraum voller Geld (Weltwoche: Nr.6: 2019)»

Um die Aussage richtig dechiffrieren zu können, greifen sie, die Zeithistoriker, notfallmässig auf Karikaturen wie diese aus der Nazizeit stammende nebenan der französischen Illustrierten „La libre Parole“ (siehe Bild 01), die einen weltenxpansionitischen, groosnasigen, kralligen, gierigen Juden darzustellen versuchte. Nun vergleichen wir das imagio jener Albaner, das die «Weltwoche» uns serviert und geben uns dabei die beste Mühe, den Unterschied zwischen den beiden Portraits zu finden. Können wir einen Unterschied zwischen diesen beiden Rassismen, wenn wir die Zeit ohne den Raum beiseitelassen, feststellen?
Nein.

Für die Schweizer albanischer Herkunft ist diese Kampagne nicht die Erste. Dennoch zeigen sie sich unwillig, gegen diese Behandlungsart immun zu werden. Sie protestieren. Auf Albanisch leider. Vielleicht haben sie einen guten Grund, nicht auf Deutsch oder Französisch zu schreien? Möchten sie nicht, dass man ihre Wut zu spüren bekommt? Aus Angst vor mehr Verleumdung, Stereotypisierung? Oder befürchten sie noch mehr Exklusion?
Egal wie sie sich verhalten werden, die «Weltwoche» wird sie weiter so karikaturieren wie bis jetzt, wie «der Stürmer» die Juden in der 30-er Jahre des vergangenen Jahhunderts.

Weltwoche-Artikel im Bild.

 

Është lindur në Dobërdoll të Maqedonisë. Ka mbaruar (1992 – 2002) Historinë e Arteve, Teologjinë, Mediat, Historinë krahasuese dhe Filozofinë (në Belgjikë, Francë, Zvicër). Studimet në Filozofi dhe Histori dhe poststudimet në Filozofi dhe Teologji (2002 – 2009) i ka mbaruar në Zvicër. Aktualisht merret me studimin e Religjioneve dhe Rendeve Politike në të ashtuqujaturin Global South. Ka punuar si kryeredaktor i disa të përditshmeve shqiptare dhe si redaktor në gazeta zvicerane. Ka ligjëruar në Institute të ndryshme akademike Historinë e Evropës Juglindore, Filozofinë Antike dhe Historinë e Arteve. Merr pjesë në projekte të ndryshme shkencore që kanë të bëjnë me Historinë e Ballkanit dhe Mediat atje. Autor i disa veprave me prozë, ese, kritikë letrare dhe studimesh shkencore në gjermanishte, shqip dhe frengjisht. Që nga viti 1991 jeton në Bernë të Zvicrës.